Paartherapie bei sexuellen Problemen – wenn Sexualität die Beziehung belastet
Sie lieben sich – und trotzdem fühlt sich Ihre Beziehung nicht mehr leicht an?
Vielleicht erkennen Sie sich in einer dieser Situationen wieder:
Sie führen eigentlich eine stabile Beziehung.
Sie verbringen gerne Zeit miteinander, meistern den Alltag gemeinsam und wünschen sich eine gemeinsame Zukunft.
Und dennoch hat sich etwas verändert.
Vielleicht sprechen Sie kaum noch über Sexualität, weil jedes Gespräch in Enttäuschung endet.
Vielleicht erleben Sie immer wieder dieselben Konflikte, obwohl Sie beide eigentlich gar nicht streiten möchten.
Oder Sie haben das Gefühl, dass zwischen Ihnen eine Distanz entstanden ist, die Sie sich selbst nicht erklären können.
Manchmal beginnt diese Veränderung ganz unauffällig.
Die Sexualität wird seltener.
Berührungen werden vorsichtiger.
Ein Partner zieht sich zurück. Der andere sucht immer häufiger Nähe.
Mit der Zeit entstehen Unsicherheit, Missverständnisse und Verletzungen – obwohl sich beide eigentlich genau dasselbe wünschen:
Wieder Nähe zueinander zu finden.
Viele Paare fragen sich dann:
Warum passiert uns das?"
"Lieben wir uns nicht mehr?"
"Müssen wir uns Sorgen um unsere Beziehung machen?"
"Ist Paartherapie überhaupt das Richtige für uns?"
Wenn Sie sich in diesen Fragen wiederfinden, möchte ich Ihnen zunächst eines sagen:
Sie sind mit dieser Situation nicht allein.
Sexuelle Probleme gehören zu den häufigsten Belastungen in Partnerschaften und sie bedeuten keineswegs automatisch, dass Ihre Beziehung gescheitert ist.
Wenn Sexualität zum Problem wird, leidet selten nur die Sexualität
Viele Menschen denken zunächst, sexuelle Schwierigkeiten seien ein rein körperliches oder persönliches Problem. In der Realität zeigt sich jedoch häufig etwas anderes.
Sexualität ist eng mit emotionaler Nähe, Vertrauen und dem Gefühl verbunden, sich gegenseitig verstanden zu fühlen.
Verändert sich die Sexualität, bleibt diese Veränderung deshalb selten auf das Schlafzimmer beschränkt.
Sie wirkt sich nach und nach auf die gesamte Beziehung aus.
Vielleicht werden Gespräche vorsichtiger.
Vielleicht entstehen Vorwürfe oder Unsicherheit.
Vielleicht vermeiden Sie Berührungen, weil jede Umarmung die Frage aufwirft, ob daraus mehr entstehen soll.
Manche Paare erzählen mir, dass sie sich inzwischen wie gute Freunde fühlen.
Andere berichten, dass sie zwar noch miteinander schlafen, sich dabei aber emotional voneinander entfernt fühlen.
Wieder andere erleben ständig denselben Konflikt:
Ein Partner wünscht sich mehr Sexualität. Der andere fühlt sich zunehmend unter Druck gesetzt.
Beide leiden. Nur auf unterschiedliche Weise.
Genau deshalb betrifft ein sexuelles Problem fast nie nur einen Menschen. Es verändert die Dynamik zwischen zwei Menschen.
Häufig verändert sich zuerst die Sexualität
Viele Paare glauben, sexuelle Probleme seien die Folge einer schlechten Beziehung.
Nach dem Motto:
"Erst kommt die Beziehungskrise – dann verschwindet die Lust."
Natürlich kann das vorkommen. In meiner Praxis erlebe ich jedoch häufig auch den umgekehrten Weg. Die ersten Veränderungen zeigen sich zunächst in der Sexualität.
Vielleicht entstehen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Vielleicht nimmt das sexuelle Verlangen langsam ab.
Vielleicht entwickelt sich eine Erektionsstörung oder der Geschlechtsverkehr wird zunehmend mit Druck verbunden.
Am Anfang scheint dies lediglich die Sexualität zu betreffen. Doch nach und nach verändert sich häufig auch die Beziehung. Der Partner mit der höheren Lust fühlt sich zurückgewiesen. Der andere erlebt immer mehr Erwartungsdruck.
Berührungen werden vorsichtiger. Gespräche werden schwieriger. Beide beginnen, sich gegenseitig zu schützen – und entfernen sich dabei ungewollt immer weiter voneinander. Nicht, weil die Liebe verschwunden wäre, sondern weil Unsicherheit immer mehr Raum einnimmt.
Genau deshalb lohnt es sich, sexuelle Probleme frühzeitig ernst zu nehmen. Nicht nur der Sexualität zuliebe, sondern auch der Beziehung.
Es geht nicht darum, wer "schuld" ist
Viele Paare kommen mit der Sorge in die erste Sitzung, dass am Ende einer von beiden als Ursache des Problems gesehen wird.
Vielleicht hat einer weniger Lust.
Vielleicht leidet einer unter Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Vielleicht bestehen Erektionsprobleme oder Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu erreichen.
Dadurch entsteht leicht der Eindruck, dass einer das Problem hat – und der andere darunter leidet. So einfach ist es jedoch meistens nicht. Sexuelle Schwierigkeiten entwickeln sich fast immer im Zusammenspiel beider Partner.
Jeder reagiert auf seine Weise.
Der eine sucht mehr Nähe. Der andere zieht sich zurück.
Der eine fühlt sich nicht mehr begehrt. Der andere fühlt sich ständig unter Druck.
Beide entwickeln Strategien, die eigentlich helfen sollen und doch verstärken genau diese Strategien häufig die Distanz. Deshalb geht es in der Paartherapie nicht darum, Schuld zu verteilen. Es geht darum, gemeinsam zu verstehen, was zwischen Ihnen passiert.
Denn erst wenn beide die Dynamik erkennen, können neue Wege entstehen.
Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen
Wenn Sie sich beim Lesen an mehreren Stellen wiedergefunden haben, möchte ich Ihnen Mut machen. Sexuelle Probleme gehören zu den häufigsten Herausforderungen in langjährigen Beziehungen. Sie bedeuten nicht, dass Sie als Paar versagt haben und sie bedeuten auch nicht, dass Ihre Beziehung keine Zukunft mehr hat.
Oft haben sich über Monate oder Jahre Muster entwickelt, die beide ungewollt aufrechterhalten. Diese Muster lassen sich verstehen. Genau darin liegt häufig der erste Schritt zurück zu mehr Nähe, Vertrauen und einer erfüllteren Sexualität.
Sie möchten Ihre Situation gemeinsam besprechen?
In meiner Praxis für Sexualmedizin in Düsseldorf begleite ich Paare dabei, die Hintergründe ihrer sexuellen Schwierigkeiten zu verstehen und neue Wege zu mehr Nähe und Intimität zu entwickeln.
Warum sexuelle Probleme selten nur eine Ursache haben
Wenn Paare Unterstützung suchen, hoffen sie häufig auf eine klare Antwort.
"Woran liegt es?"
"Was ist das eigentliche Problem?"
In der Realität gibt es darauf jedoch selten eine einfache Antwort. Sexualität entsteht aus dem Zusammenspiel vieler verschiedener Faktoren.
Unser Körper, unsere Gedanken, unsere Gefühle und unsere Beziehung beeinflussen sich gegenseitig. Verändert sich einer dieser Bereiche, wirkt sich das häufig auch auf die Sexualität aus. Deshalb entwickeln sich sexuelle Schwierigkeiten meist nicht plötzlich. oft beginnen sie schleichend.
Vielleicht wird der Alltag immer stressiger.
Vielleicht verändert eine Schwangerschaft oder die Geburt eines Kindes Ihre Beziehung.
Vielleicht treten Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auf.
Vielleicht entwickelt sich eine Erektionsstörung.
Oder einer von beiden hat das Gefühl, dass Sexualität zunehmend mit Druck verbunden ist.
Anfangs scheint dies nur ein kleines Thema zu sein. Doch mit der Zeit verändert sich häufig die gesamte Dynamik Ihrer Beziehung.
Wenn beide eigentlich dasselbe möchten – und sich trotzdem voneinander entfernen
Einer der häufigsten Sätze, den ich in meiner Praxis höre, lautet:
„Wir verstehen uns eigentlich gut – aber bei diesem Thema kommen wir einfach nicht zusammen.“
Und genau das beschreibt die Situation vieler Paare sehr treffend. Denn häufig möchten beide Partner im Grunde dasselbe.
Sie wünschen sich Nähe.
Geborgenheit.
Eine erfüllende Sexualität.
Und das Gefühl, sich als Paar wieder miteinander verbunden zu fühlen.
Trotzdem geraten sie immer wieder in dieselben Muster.
Der Partner mit der höheren Lust sucht häufiger körperliche Nähe. Nicht selten steckt dahinter der Wunsch nach Verbundenheit, Bestätigung oder Intimität.
Der andere Partner erlebt diese Annäherung jedoch zunehmend als Erwartung. Nicht, weil er den Partner ablehnt, sondern weil Sexualität inzwischen mit Unsicherheit, Druck oder Enttäuschung verbunden ist.
Je häufiger der eine Nähe sucht, desto mehr zieht sich der andere zurück. Je stärker sich der andere zurückzieht, desto größer wird wiederum die Sehnsucht nach Nähe. So entsteht ein Kreislauf, den keiner von beiden bewusst möchte – und den doch beide ungewollt mit aufrechterhalten.
Unterschiedliche sexuelle Bedürfnisse sind normal – entscheidend ist der Umgang damit
Kaum zwei Menschen haben exakt dieselben sexuellen Bedürfnisse. Das betrifft nicht nur die Häufigkeit von Sexualität. Auch Wünsche nach Zärtlichkeit, körperlicher Nähe oder der sexuellen Präferenzen können sich unterscheiden. Solche Unterschiede sind zunächst vollkommen normal. Problematisch werden sie meist erst dann, wenn beide beginnen, die Situation persönlich zu bewerten.
Der Partner mit der höheren Lust denkt vielleicht:
"Ich bin offenbar nicht mehr attraktiv."
"Mein Partner begehrt mich nicht mehr."
Der andere Partner fragt sich:
"Warum reicht das, was ich gebe, nicht aus?"
"Warum kann ich meinem Partner nicht gerecht werden?"
Beide beginnen, an sich selbst oder an der Beziehung zu zweifeln. Dabei entstehen diese Gedanken häufig aus Missverständnissen und nicht aus mangelnder Liebe.
Gerade deshalb geht es in der Paartherapie nicht darum, dass einer von beiden seine Bedürfnisse aufgibt.
Es geht darum, die Bedürfnisse beider Partner besser zu verstehen und gemeinsam einen Weg zu finden, der sich für beide stimmig anfühlt.
Sexualität ist mehr als Geschlechtsverkehr
Viele Menschen setzen Sexualität unbewusst mit Geschlechtsverkehr gleich. Dadurch entsteht schnell das Gefühl, dass jede Form körperlicher Nähe zwangsläufig zu Sex führen muss. Gerade wenn Sexualität belastet ist, beginnen viele Paare deshalb, Berührungen immer mehr zu vermeiden.
Eine Umarmung.
Ein Kuss.
Gemeinsames Kuscheln auf dem Sofa.
Alles wird vorsichtiger. Nicht, weil die Liebe fehlt ,sondern weil beide verhindern möchten, den anderen zu verletzen oder falsche Erwartungen zu wecken. Mit der Zeit verschwindet dadurch häufig nicht nur die Sexualität, auch die kleinen Gesten von Nähe gehen verloren. Dabei bilden gerade diese Momente häufig die Grundlage für Intimität.
In der gemeinsamen Begleitung geht es deshalb nicht ausschließlich um Sexualität im engeren Sinne. Es geht auch darum, wieder einen Raum zu schaffen, in dem Berührungen, Gespräche und emotionale Nähe ohne Druck möglich werden.
Was ich in meiner Arbeit häufig beobachte
Viele Paare kommen mit der Erwartung, dass wir möglichst schnell eine Lösung für ihr sexuelles Problem finden, doch häufig zeigt sich zunächst etwas anderes:
Nicht das sexuelle Symptom steht im Mittelpunkt, sondern die Dynamik, die sich im Laufe der Zeit zwischen beiden entwickelt hat.
Ich erlebe immer wieder, dass beide Partner sehr liebevoll miteinander umgehen möchten und dennoch verletzt jeder den anderen – ganz ungewollt.
Der eine versucht durch mehr Nähe, die Beziehung zu stärken.
Der andere zieht sich zurück, um keinen weiteren Druck zu empfinden.
Beide handeln aus einem nachvollziehbaren Bedürfnis heraus und doch führt genau dieses Verhalten dazu, dass die Distanz größer wird.
Allein dieses Muster gemeinsam zu erkennen, empfinden viele Paare bereits als große Erleichterung, denn plötzlich geht es nicht mehr darum, wer schuld ist, sondern darum, gemeinsam zu verstehen, was zwischen ihnen passiert.
Warum Paartherapie bei sexuellen Problemen etwas Spezielles ist
Wenn Paare an Paartherapie denken, haben viele zunächst ähnliche Vorstellungen.
Sie denken an Streit, Kommunikationsprobleme oder daran, Konflikte in der Beziehung zu lösen.
All das kann selbstverständlich Teil einer Paartherapie sein.
Wenn jedoch sexuelle Probleme im Mittelpunkt stehen, zeigt sich häufig eine andere Dynamik. Denn Sexualität entsteht nicht nur innerhalb der Beziehung, sie wird gleichzeitig von körperlichen, hormonellen, psychischen und partnerschaftlichen Faktoren beeinflusst. Genau deshalb reicht es bei sexuellen Problemen häufig nicht aus, ausschließlich über die Beziehung zu sprechen. Ebenso wenig genügt es, nur mögliche körperliche Ursachen zu betrachten - beides gehört zusammen.
Sexualität entsteht dort, wo Körper, Psyche und Beziehung zusammenkommen
Vielleicht hat sich Ihre Lust durch die Wechseljahre verändert, vielleicht bestehen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, vielleicht belastet eine Erektionsstörung Ihre Beziehung oder Sie erleben seit einer Erkrankung, einer Geburt oder belastenden Lebensphase Veränderungen Ihrer Sexualität.
In all diesen Situationen greifen häufig verschiedene Faktoren ineinander.
Eine körperliche Veränderung kann zu Unsicherheit führen.
Unsicherheit verändert die Sexualität.
Die veränderte Sexualität beeinflusst wiederum die Beziehung.
Und die Beziehung wirkt schließlich wieder auf die Sexualität zurück.
Es entsteht ein Kreislauf, der sich häufig nicht durch einen einzigen Ansatz erklären oder verändern lässt, gerade deshalb ist es mir wichtig, Ihre Situation als Ganzes zu betrachten.
Mein Ansatz verbindet Sexualmedizin und Paartherapie
Als Fachärztin für Gynäkologie mit der Zusatzbezeichnung Sexualmedizin begleite ich Paare, deren Beziehung durch sexuelle Schwierigkeiten belastet wird. Dabei verbinde ich medizinisches Wissen mit sexualtherapeutischen Methoden. Das bedeutet:
Wir sprechen nicht nur darüber, dass sich Ihre Sexualität verändert hat.
- welche körperlichen Faktoren möglicherweise eine Rolle spielen,
- welche Gedanken und Gefühle Ihre Sexualität beeinflussen,
- und welche Dynamiken sich zwischen Ihnen als Paar entwickelt haben.
Denn häufig entsteht erst durch diese Gesamtschau ein wirkliches Verständnis dafür, weshalb sich Ihre Sexualität verändert hat und genau daraus ergeben sich anschließend die nächsten sinnvollen Schritte.
Wenn allgemeine Beziehungskonflikte ohne Bezug zur Sexualität im Vordergrund stehen, ist eine spezialisierte Paartherapie häufig der passendere Ansprechpartner. In meiner Praxis liegt der Schwerpunkt auf Paaren, deren Beziehung durch sexuelle Schwierigkeiten belastet wird.
Es geht nicht darum, Schuld zu suchen – sondern Zusammenhänge zu verstehen
Viele Paare kommen mit der Sorge, einer von beiden müsse "das Problem" sein.
Vielleicht, weil einer weniger Lust hat.
Vielleicht, weil Schmerzen bestehen.
Vielleicht, weil Erektionsprobleme oder Orgasmusschwierigkeiten aufgetreten sind.
In meiner Erfahrung führt diese Sichtweise jedoch selten weiter. Sexuelle Probleme entstehen häufig durch das Zusammenspiel verschiedener Einflüsse.
Deshalb richtet sich der Blick in der gemeinsamen Begleitung nicht auf die Frage:
"Wer ist schuld?"
Sondern vielmehr auf die Fragen:
"Welche Faktoren beeinflussen Ihre Sexualität?"
"Und an welchen Stellen können Veränderungen entstehen?"
Allein dieser Perspektivwechsel empfinden viele Paare bereits als große Entlastung. Denn plötzlich geht es nicht mehr darum, einen Schuldigen zu finden, sondern darum, gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Was Paaren häufig besonders gut tut
Viele Paare erzählen mir nach den ersten Gesprächen, dass sie zum ersten Mal seit langer Zeit das Gefühl hatten, wirklich verstanden zu werden. Nicht, weil sofort alle Schwierigkeiten verschwunden wären, sondern weil sie begonnen haben, ihre Situation mit anderen Augen zu betrachten.
Plötzlich wird verständlich, warum der eine immer mehr Nähe gesucht hat.
Warum der andere sich immer weiter zurückgezogen hat.
Warum beide darunter gelitten haben.
Und warum dieses Verhalten nichts mit mangelnder Liebe zu tun hatte.
Dieses gegenseitige Verständnis verändert häufig bereits die Atmosphäre innerhalb der Beziehung.
Es nimmt Druck heraus.
Es schafft wieder Raum für Gespräche.
Es eröffnet die Möglichkeit, gemeinsam neue Erfahrungen zu machen.
Was mir in der Begleitung von Paaren besonders wichtig ist
Ich möchte Ihnen keinen Weg vorgeben, wie Ihre Sexualität aussehen sollte. Jedes Paar hat eigene Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen davon, was eine erfüllte Sexualität bedeutet. Deshalb entwickeln wir gemeinsam Lösungen, die zu Ihnen passen – und nicht zu einem gesellschaftlichen Ideal.
Mein Ziel ist nicht, dass Sie möglichst schnell wieder "funktionieren".
Mein Ziel ist, dass Sie sich als Paar wieder näherkommen, Ihre Sexualität besser verstehen und einen Weg finden, der sich für beide stimmig anfühlt.
Wann der richtige Zeitpunkt ist, sich Unterstützung zu holen
Viele Paare warten lange, bevor sie sich Hilfe suchen. Nicht selten hoffen sie, dass sich die Situation von selbst wieder verändert.
Vielleicht, wenn der Stress nachlässt.
Wenn die Kinder größer werden.
Wenn die gesundheitlichen Beschwerden besser werden.
Oder wenn einfach wieder mehr Zeit füreinander bleibt.
Mit jeder Enttäuschung wächst die Unsicherheit.
Mit jeder vermiedenen Berührung wird die Distanz etwas größer.
Und mit jedem Gespräch, das nicht geführt wird, entstehen neue Missverständnisse.
Deshalb muss eine Paartherapie nicht erst dann beginnen, wenn eine Beziehung in einer Krise steckt. Oft ist sie gerade dann besonders hilfreich, wenn beide Partner ihre Beziehung schützen möchten und sich wünschen, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.
Was Sie nach der ersten gemeinsamen Sitzung erwarten können
Viele Paare kommen mit der Sorge, dass bereits im ersten Termin entschieden werden müsse, wer etwas verändern muss. Meine Erfahrung ist jedoch eine andere. Die erste gemeinsame Sitzung dient vor allem dazu, Ihre Geschichte kennenzulernen. Mich interessiert nicht nur, welche sexuellen Schwierigkeiten bestehen.
Ich möchte verstehen:
- wie sich Ihre Beziehung entwickelt hat,
- wann sich Ihre Sexualität verändert hat,
- welche Gedanken und Gefühle beide Partner beschäftigen,
- und welche Wünsche Sie für Ihre Beziehung mitbringen.
Allein dieses gegenseitige Zuhören erleben viele Paare bereits als entlastend. Denn häufig sprechen beide zum ersten Mal in einem geschützten Rahmen über das, was sie seit langer Zeit beschäftigt. Dabei geht es nicht darum, sofort Lösungen zu finden. Es geht zunächst darum, gemeinsam zu verstehen.
Und genau daraus entwickeln sich häufig die nächsten Schritte.
Veränderung beginnt häufig früher, als viele Paare erwarten
Viele Menschen stellen sich Veränderung als einen großen Moment vor. In meiner Erfahrung beginnt sie oft viel leiser.
Manchmal entsteht sie bereits dann, wenn beide Partner erkennen, dass sie nicht gegeneinander kämpfen, sondern gemeinsam gegen ein Problem, das sich zwischen ihnen entwickelt hat.
Aus Vorwürfen wird Verständnis.
Aus Unsicherheit entstehen Gespräche.
Aus Druck kann langsam wieder Nähe wachsen.
Nicht jede Schwierigkeit verschwindet sofort, aber häufig verändert sich bereits der Blick aufeinander. Genau das schafft die Grundlage dafür, auch die Sexualität Schritt für Schritt wieder positiv erleben zu können.
Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen
Sexuelle Schwierigkeiten gehören zu den häufigsten Herausforderungen in einer Partnerschaft. Trotzdem fühlen sich viele Paare mit ihren Sorgen allein.
Aus Scham.
Aus Unsicherheit.
Oder weil sie glauben, dass andere Beziehungen solche Probleme nicht kennen.
Dabei zeigt meine tägliche Arbeit etwas anderes:
Viele Paare erleben Phasen, in denen Sexualität zur Belastung wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass ihre Beziehung gescheitert ist. Wenn beide bereit sind, ihre Situation gemeinsam anzuschauen und neue Wege auszuprobieren, entstehen häufig Veränderungen, die sie sich zu Beginn kaum vorstellen konnten.
Mir ist dabei eines besonders wichtig
In meiner Praxis soll niemand das Gefühl haben, sich rechtfertigen zu müssen.
Nicht für fehlende Lust.
Nicht für Schmerzen.
Nicht für Erektionsprobleme.
Und auch nicht für die Schwierigkeiten, die daraus innerhalb der Beziehung entstanden sind.
"Wer hat etwas falsch gemacht?"
Sondern mit der Frage:
"Was brauchen Sie beide, damit Nähe und Intimität wieder möglich werden können?"
Jedes Paar bringt seine eigene Geschichte mit. Deshalb gibt es auch keinen festen Fahrplan.
Gemeinsam entwickeln wir einen Weg, der zu Ihnen, Ihrer Beziehung und Ihrer Sexualität passt.
Sind Sie bereit, den ersten Schritt gemeinsam zu gehen?
Wenn Sie sich in den beschriebenen Situationen wiedergefunden haben und sich Unterstützung wünschen, begleite ich Sie gerne dabei, die Hintergründe Ihrer sexuellen Schwierigkeiten zu verstehen und gemeinsam neue Wege zu mehr Nähe, Vertrauen und einer erfüllteren Sexualität zu entwickeln.
Termin vereinbarenHäufige Fragen zur Paartherapie bei sexuellen Problemen
Müssen wir beide zum Termin kommen?
Nein. Sie können sowohl gemeinsam als Paar als auch zunächst alleine einen Termin vereinbaren.
Manchmal wünscht sich zunächst nur ein Partner Unterstützung oder möchte die Situation besser verstehen. In anderen Fällen möchten beide von Anfang an gemeinsam an ihrer Beziehung und Sexualität arbeiten. Beides ist möglich. Gemeinsam besprechen wir, welche Form der Begleitung für Ihre individuelle Situation sinnvoll ist.
Was ist, wenn nur einer von uns ein sexuelles Problem hat?
Diese Frage höre ich sehr häufig.
Vielleicht leidet einer von Ihnen unter Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, einer Erektionsstörung, verminderter Lust oder Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu erreichen.
Auch wenn die Beschwerden zunächst nur einen Partner betreffen, wirken sie sich häufig auf die Beziehung als Ganzes aus. Deshalb kann eine gemeinsame Begleitung sinnvoll sein. Nicht, weil beide “betroffen” sind, sondern weil Sexualität immer in einer Beziehung stattfindet.
Was ist, wenn mein Partner noch unsicher ist oder keine Paartherapie machen möchte?
Auch das kommt häufig vor. Manchmal benötigt ein Partner etwas mehr Zeit oder ist zunächst skeptisch. In diesem Fall kann es hilfreich sein, zunächst alleine einen Termin wahrzunehmen. Oft verändert sich bereits dadurch der Blick auf die gemeinsame Situation. Gemeinsam überlegen wir anschließend, ob und wann eine Einbeziehung des Partners sinnvoll sein kann.
Ist eine Paartherapie auch sinnvoll, wenn wir uns eigentlich gut verstehen?
Ja. Viele Paare, die zu mir kommen, beschreiben ihre Beziehung als liebevoll und stabil. Sie streiten wenig, verbringen gerne Zeit miteinander und wünschen sich eine gemeinsame Zukunft. Die Belastung betrifft vor allem ihre Sexualität. Gerade deshalb lohnt sich häufig eine gemeinsame Begleitung. Denn sexuelle Schwierigkeiten können sich auch in einer ansonsten glücklichen Beziehung entwickeln.
Können wir auch kommen, wenn wir seit Monaten oder Jahren keinen Sex mehr hatten?
Ja. Viele Paare schämen sich dafür. Dabei kommt dies deutlich häufiger vor, als viele vermuten. Auch wenn Sexualität über längere Zeit keine Rolle mehr gespielt hat, bedeutet dies nicht, dass Veränderungen nicht mehr möglich sind. Gemeinsam schauen wir zunächst, wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist und welche Schritte für Sie sinnvoll sein können.
Müssen wir im Termin über sehr intime Details sprechen?
Sie entscheiden jederzeit selbst, worüber Sie sprechen möchten. Niemand wird zu Aussagen gedrängt oder muss persönliche Erfahrungen schildern, für die er sich noch nicht bereit fühlt. Meine Aufgabe ist es, einen geschützten Rahmen zu schaffen, in dem beide Partner offen über ihre Situation sprechen können. Dabei entwickelt sich Vertrauen meist ganz von selbst.
Was unterscheidet Ihre Begleitung von einer klassischen Paartherapie?
In meiner Praxis liegt der Schwerpunkt auf Paaren, deren Beziehung durch sexuelle Schwierigkeiten belastet wird. Als Fachärztin für Gynäkologie mit der Zusatzbezeichnung Sexualmedizin betrachte ich dabei sowohl medizinische als auch psychologische und partnerschaftliche Einflussfaktoren. Gerade bei sexuellen Problemen greifen diese Bereiche häufig ineinander.
Deshalb geht es nicht ausschließlich um Kommunikation oder Konflikte, sondern um ein umfassendes Verständnis Ihrer individuellen Situation. Stehen hingegen allgemeine Beziehungskonflikte ohne Bezug zur Sexualität im Vordergrund, kann eine spezialisierte Paartherapie außerhalb meiner Praxis der passendere Ansprechpartner sein.
Finden körperliche Untersuchungen in Ihrer Praxis statt?
Nein. Ich bin zwar Frauenärztin, allerdings finden in der Sexualmedizin erstmal keine körperlichen Untersuchungen statt. Die Diagnostik und Behandlung erfolgt vor allem aufgrund von Gesprächen. Sollte eine gynäkologische oder urologische Untersuchung, sowie Blutuntersuchungen sinnvoll sein, werden wir das gemeinsam besprechen.
Sollten im Verlauf das Verschreiben von Medikamenten oder auch Umstellungen sinnvoll sein, kann ich das für Sie als Ärztin übernehmen.
Wie viele Sitzungen sind in der Regel notwendig?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Manche Paare benötigen nur wenige Gespräche, um ihre Situation besser zu verstehen und neue Impulse für ihren Alltag zu erhalten. Andere wünschen sich eine längere Begleitung. Die Anzahl der Termine richtet sich deshalb immer nach Ihren individuellen Zielen und Ihrer persönlichen Situation.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die sexualmedizinische Beratung und Behandlung ist derzeit keine Leistung, die von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird. Deshalb ist sie in der Regel eine Selbstzahlerleistung.
Sollten Sie privat versichert sein, kann – abhängig vom jeweiligen Tarif – eine Kostenübernahme möglich sein. Am besten nehmen Sie hierzu Kontakt zu Ihrer privaten Krankenkasse auf.
Kann sich unsere Beziehung wirklich wieder verändern?
Diese Frage stellen sich viele Paare vor ihrem ersten Termin. Eine allgemeingültige Antwort gibt es darauf nicht. Was ich Ihnen jedoch sagen kann:
Viele Paare erleben bereits dadurch eine spürbare Entlastung, dass sie ihre Situation besser verstehen und zum ersten Mal offen darüber sprechen können. Wenn beide bereit sind, sich auf diesen gemeinsamen Weg einzulassen, entstehen häufig Veränderungen, die zu Beginn kaum vorstellbar erschienen. Nicht, weil es eine schnelle Lösung gibt, sondern weil Verständnis, Offenheit und kleine Veränderungen im Alltag oft bereits viel bewirken können.
Jede Beziehung entwickelt sich weiter – auch Ihre
Keine Beziehung bleibt über viele Jahre unverändert.
Wir alle verändern uns.
Unser Körper verändert sich.
Unsere Lebensumstände verändern sich.
Und damit verändert sich häufig auch unsere Sexualität.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Nähe, Intimität oder erfüllte Sexualität verloren gehen müssen. Oft braucht es lediglich einen neuen gemeinsamen Weg.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass sexuelle Schwierigkeiten Ihre Beziehung zunehmend belasten, begleite ich Sie gerne dabei, diesen Weg gemeinsam zu finden.
